elke seeger | photographie time pictures images commission education biography impressum contact
Als Professorin für Fotografie/Fotodesign lehrt Elke Seeger an der Folkwang Universität der Künste / Studiengang Fotografie. Ihr Lehrgebiet umfasst die Praxis und theoretische Reflexion der Fotografie / angewandten Fotografie. Elke Seeger leitet den Studiengang Fotografie und ist maßgeblich an der Struktur, der Ausrichtung und den Inhalten des Studiengangs beteiligt.

Fotografie / Fotodesign

Das 20./21. Jhd. ist geprägt durch eine Bilderflut im Alltag. Technische Medien organisieren unsere Lebenswelt mit Bildern und in Bildern. Unsere Vorstellungswelten werden durch Bilder mehr und mehr dominiert. Das Forschungs- und Lehrgebiet Fotografie/Fotodesign präferiert daher die Fragen nach dem Verstehen von Bildern und nach den Kriterien ihrer Beurteilung, mit dem Ziel, sich mittels der theoretischen Reflexion einen erweiterten, qualifizierten Zugang zur Fotografie zu verschaffen.
Selbstentwickelte Konzepte und Themen, das Bemühen um eine adäquate visuelle Umsetzung und der Anspruch, dies mit einem höchsten Maß an technischer Perfektion zu gewährleisten, bestimmen den Studienalltag. Phantasie und die Fähigkeit zur Imagination im anschaulichen Denken, bilden die Grundlage. Gerade vor dem Hintergrund des massenhaften Zugriffs von Bildern, ist der Anspruch an ein eigenständiges Œuvres für den späteren Berufsalltags, ob künstlerisch oder angewandt, von großer Bedeutung.

Die BA Seminare umfassen eine große Spannbreite fotografischer Wirklichkeitsauffassungen, die vom Porträt, über den Raum und die Landschaft bis hin zu abstrahierenden Momenten im Bild reichen. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich des Porträts, dass durch seinen besonderen Realitätsbezug, geprägt durch seine exorbitante Ähnlichkeit mit der abgebildeten Person, einen besonderen Stellenwert innerhalb fotografischer Themenfelder einnimmt.

Die MA Seminare versuchen künstlerische Praxis und wissenschaftliche Reflexion direkt am Bild zu erarbeiten und zu diskutieren. Der Prozess der Bildfindung steht zwar im Vordergrund, wird aber bereits im künstlerischen Prozess von ergänzenden Texten begleitet. Als Versuchslabor geht es der grundlegenden Frage nach, in wieweit ein reflektierter Umgang mit der Theorie die künstlerische Praxis bereichern, inspirieren und ergänzen kann.
Themen können “Fotografie und Zeitlichkeit”, “Form und Formlosigkeit”, “Materialität und Bildlichkeit”, “Fotografie und Intermedialität”, “opake und transparente Fotografie” u.w. sein.

In einer Ausstellungsreihe werden seit 2005 fotografische Positionen in Kooperation mit dem Bürgermeisterhaus in Essen / Werden gezeigt:

2005 Taktiken des Ego I und II
2006 Rhetorik der Nähe
2007 Positionen zur Fotografie I
2008 Positionen zur Fotografie II
2008 Räume - Bildräume
2009 Fotografie: Bild - Medium - Gebrauch
2010 Vom Einzelbild zur Serie I und II
2011 Geste ­ Pose ­ Blick
2012 Der ungeklärte Augenblick
2012 expective
2013 Pumpraum ­ Kunstbetrieb, Buchpräsentation und Ausstellung
2014 Fotografische Tagebücher

Die Reihe wird weiter geführt. (Hier klicken zum ansehen)

Forschungsschwerpunkt

Ausgehend von aktuellen Arbeiten, die sich mit der Frage nach der Schnittstelle vom stillen zum bewegten Bild, mit realistischen und abstrahierenden Tendenzen im Bild und seinen Bezügen zur Malerei und Grafik auseinandersetzen, beschäftigt sich auch mein theoretisches Forschungsvorhaben mit den verschiedenen medialen Schnittstellen, die die Fotografie beeinflussen und erweitern. Hieraus ergeben sich verschiedene Forschungsfelder:

- Bezüge zwischen künstlerischer und theoretischer Forschung innerhalb der Fotografie
- Fotografie an der Schnittstelle zwischen opak und transparent, Untersuchungen zu den abstrahierenden Tendenzen der Fotografie
- Fotografie als transdisziplinäres Medium, Bezüge zur Zeit (Zeitbilder/ time pictures) und zur Musik

Meine Forschungsansätze beschäftigen sich mit der Frage, inwieweit die Fotografie, der die Spiegelung des abgebildeten Gegenstandes im wahrnehmenden Subjekt anhaftet, Ausgangspunkt für einen erweiterten medialen Umgang sein kann. In ihrer Öffnung zur Zeitlichkeit, zu abstrahierenden Tendenzen abseits eine transparenten Wirklichkeitsspiegelung, ihrer Nähe zur Malerei und Grafik, verstärkt durch vielschichtigen neuartigen Druckverfahren, und ihren medialen Anknüpfungsmöglichkeiten bsp. in einer Korrespondenz zur Musik, liegen neuartige Potenziale.

Fotografie ist - traditionell beurteilt - das Ergebnis eines Apparates, das die Wirklichkeit naturgetreu nachzeichnet und wird erst vor dem Hintergrund der Repräsentanz von Wirklichkeit als unabhängige, geistige Vorstellung aufgefasst. Die Auseinandersetzung mit abstrakten Fragestellungen rührt an ihren Grenzen und knüpft eng an meine bisherige, künstlerische Arbeit an. Die implementierten zeitlichen Dimensionen, die meinen statischen, stillen Bilder eine neuartige Facette verleihen, nähern sie dem bewegten Bild (siehe Videoaufprojektionen zu den Arbeiten "naturstücke" und "horizont").

Neben der Öffnung zur Zeitlichkeit ist die Materialität, als Detailfülle und Präzision sichtbar in Bild eingeschrieben, von zentraler Bedeutung. Neue theoretische Anknüpfungspunkte zur Reflexion meiner fotografischen Arbeiten ergeben sich.

Elke Seeger, 2014


www.folkwang-uni.de